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Tagebuch 3.Tag
20.07.05
Heute war er also da. Der Tag auf den
wir lange gewartet haben, der Tag an dem wir in die Wildnis
aufbrechen werden.
Um 08:30 Uhr sind wir aufgestanden und
haben uns wieder an Peter`s Kühlschrank bedient. Anschliessend
sind wir nochmals in die Stadt gefahren, um die restlichen
Sachen einzukaufen, die wir leider am Vortag vergessen hatten.
Dies waren Namentlich eine Benzinflasche für den Kocher (die wir
übrigens nie gebraucht haben) , eine wasserdichte Mappe für
unsere Karten und eigentlich wollte sich jeder noch ein schönes
Buschmesser kaufen. Die Auswahl an Buschmesser war aber zu
unserem Erstaunen nur sehr beschränkt und keines gefiel uns
wirklich. Deshalb dauerte dieser Einkaufstrip auch nicht
allzu lange.
Um 14:00 Uhr hatten wir uns mit Peter
zur Kartenbesprechung verabredet. Gemütlich sassen wir auf der
Veranda während dem uns Peter die Sieben Flusskarten aus dem
Jahre 1953 erklärte. Er zeichnete uns die gefährlichsten Stellen
ein und markierte uns gute Campplätze. Anschliessend teilten wir
die Karte in Tagesstouren auf, so dass wir uns in etwa
vorstellen konnten, wie viel pro Tag gepaddelt werden muss.
Natürlich haben wir auch Ruhetage eingeplant um uns auszuruhen
zu wandern oder zu fischen. Schliesslich waren wir ja zur
Erholung hier. Ich habe von einem Team gelesen, das auch den
Beaver Creek befahren hatte, jedoch die 21 tägige Tour machte
und bis zu der Yukonbrücke am Dalton Highway gepaddelt ist.
Dieses Team hatte lediglich 5 Tage bis zu unserem Endpunkt am
Victoria Creek, wir hingegen hatten nun 11 Tage Zeit für diese
Tour.

Nun kann es los gehen
Nach der Kartenbesprechung packten wir
dann unser ganzes Material auf Peter`s Truck. Um 16:00 Uhr ging
dann die Fahrt ans Ende der Welt endlich los. Wir konnten leider
nicht früher starten, da an der Zufahrtsstrasse zum Nome Creek
(unser Startpunkt) Bauarbeiten im Gange waren, und die
Strasse somit von 06:00 - 18:00 Uhr für den Verkehr gesperrt
wurde. Um 17:50 kamen wir dann am Bergfusse der gesperrten
Strasse an und warteten ungeduldig noch die restlichen 10 min
ab.

10 min. Wartezeit
Die Strasse wurde von nun an immer
schlechter und holperiger, wir hatten aber glück, dass es
längere Zeit nicht geregnet hatte und die Strasse somit ziemlich
trocken war.

trockene Strasse ans ende der Welt

schmale Durchfahrt an der Baustelle
Als wir dann nach langer Fahrt am Nome
Creek angekommen waren, hiess es erstmal das komplette Material
ca. 120 Meter an den Fluss zu tragen um anschliessend die Kanus
kentersicher zu bepacken. Nachdem die Kanus gepackt
bereitstanden öffneten wir natürlich zuerst mal ein kühles
Blondes. Dieser Moment musste schliesslich gefeiert werden.

Packen der Kanu am Nome Creek
Während dem wir genüsslich unser Bier
tranken, durften wir mit Mario`s 41er Revolver noch ein paar
Schissübungen machen. Die einzige Bierdose die dann aber ein
loch hatte, war die von Mario.

Eric der Revolverheld (man beachte Olli
im Hintergrund)
Nun ging's also los. Zwischenzeitlich
war es bereits 20:15 Uhr ,also verabschiedeten wir uns von Mario
und seiner Freundin, setzten uns ins Kanu und begannen langsam
Flussabwärts zu Paddeln. Die beiden wünschten uns noch viel
Glück und winkten uns noch hinterher. An diesem Abend wollten
wir unbedingt noch bis zum Beaver Creek paddeln. Allerdings
dauerte es nicht lange, bis wir das erste Mal Kies unter dem
Kiel spürten. An solchen stellen hiess es dann immer wieder
aussteigen und das Kanu ziehen resp. Treideln.

Der Nome Creek
So gegen 22:00 Uhr sahen wir dann
endlich die Einmündung in den Beaver Creek. Auch an dieser
Stelle war das Wasser wieder nicht tief genug und das Team rot
treidelte ihr Kanu vor uns her, als plötzlich eine kleine Panik
ausbrach und das Team rot mit gefüllten Hüftstiefeln im Fluss
stand. Nach einem kurzen halt mit Entleerung der Hüftstiefel
ging es dann weiter Richtung erstes Camp.

Die Hüftstiefel werden entleert
blabla bla und wenn sie nicht gestorben
sind dann leben sie noch heute....
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Text: Marco Cattaneo
Bild: Marco Cattaneo
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